Menschen auf "Schatzsuche" begleiten
26.01.2010
Von Christine Dressler
EINFÜHRUNGSGOTTESDIENST Großer Bahnhof für Pfarrvikar Michael Koch
"Alle sind so freundlich, offen und nett; sie machen mir den Anfang sehr
leicht", schwärmte Pfarrvikar Michael Koch, seit Neujahr evangelischer
Seelsorger für Nieder- und Oberseelbach, Dasbach, Lenz- und Engenhahn. Jetzt
führte ihn Dekanin Heinke Geiter aus Idstein offiziell in das Amt ein. Der
32-Jährige staunte, "wie viele Menschen hier interessiert, dass ein neuer
Pfarrer einführt wird". Denn die Johanneskirche war beim
Einführungsgottesdienst so gestopft voll wie der anschließende
Kennenlern-Kaffee in Dasbachs Gemeindehaus sehr gut besucht.
Wegbegleiter vor Ort
"Ich habe noch keine negativen Erfahrungen gemacht und hätte mit so vielen
Menschen gern länger gesprochen", freute sich Koch auf die Zusammenarbeit.
Für intensive Gespräche war die Menge einfach zu groß, auch hatten die
Besucher zu konträre Interessen. Aus seiner neuen Gemeinde wollten
Jugendliche, Frauen und Männer den Nachfolger von Pfarrer Peter Kratz
begrüßen und näher kennenlernen.
Dasselbe galt für Vertreter von Vereinen, Gruppen, Orten, katholischer
Kirche und Lenzenbergschule, an der Koch auch nach seiner Ernennung zum
Pfarrer im Sommer unterrichten wird. Wegbegleiter bis zurück zu seiner
Kloppenheimer Lehrpfarrerin und Amtsvorgänger wie der heute in Erbach tätige
Pfarrer Frank Löwe nutzten den Tag, um Koch zu treffen. Fast 70
Nieder-Ohmener wiederum waren per Bus aus Kochs vorheriger, doppelt so
großen Gemeinde bei Alsfeld drei Stunden lang angereist. Jeder von ihnen
verabschiedete sich noch mal persönlich von Koch, wünschte ihm "alles Gute"
und bedauerte seinen Ortswechsel.
Koch versicherte dass er sich bei aller Wehmut über den Abschied von
Nieder-Ohmen mit Ehefrau Gabriele und Sohn Jonathan (1) samt Hündin Maja im
Pfarrhaus wohlfühle.
Nach einem Kennenlerngottesdienst im November und zwei
Sonntagsgottesdiensten im Januar hielt Koch bei der Einführung seine vierte
Predigt vor Ort. Dabei warnte er davor, "vermeintlichen Schätzen" wie Geld,
Erfolg und Macht nachzujagen, die einen nur "unfrei", "abhängig" und
"ruhelos" machen. Wirklich wertvoll und befreiend sei dagegen der
"unermessliche Schatz" des Glaubens an Gott, der in jedem Einzelnen
"schlummert, versteckt liegt" und immer wieder neu "gesucht und entdeckt
werden" müsse.
Darin, Menschen aller Altersstufen "auf ihrer Schatzsuche zu begleiten", sah
Koch auch als Hauptaufgabe für sich und die Gemeinde. Die Kraft dafür
erbaten er, Heinke Geiter und die Kirchenvorstandsvorsitzenden Dorothea
Glass aus Niederseelbach sowie Irmgard Seifert aus Dasbach auch in den
Fürbitten. Zuvor übergab Geiter Koch eine ganze Tasche voll symbolischer
Geschenke: Taschentücher, um Tränen verzweifelter Besucher im Pfarrhaus zu
trocknen, eine Kerze, um das Licht der Liebe Christi leuchten zu lassen und
in jedem anzuzünden, eine Schale, um Kraft zu schöpfen und auszuteilen und
Samen, um Gutes in der Gemeinde zu sähen. Geiter bat Koch ebenso
eindringlich, "zum Segen für diese Gemeinde zu werden" und "Türen zu öffnen,
wo wir nur Mauern sehen" wie die Gemeinde um Unterstützung für Koch: "Gehen
Sie offen auf ihren neuen Pfarrer zu und messen sie ihn nicht an seinen
Vorgängern."
Quelle:
http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/untertaunus/niedernhausen/8288329.htm
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